29. April

Lyriczitate Teil 2:

Heute von einem Song „FIDEL ASTRO“, den wir heute so nicht mehr spielen, bzw. so dichten würden.
Trotzdem ein interessantes Stück politisches Zeitgeschehen inne hat:

Taube finger stumme ohren
pack deine sinne und ab auf den mars
auch da haben wir nichts verloren
stiller pro test lautes schweigen
was willst du mir damit zeigen
klimawandel beginnt im kopf
grosse worte klein geschrieben
krieg gewinnt wo ist frieden
nur raus ins glueck das dir zuteil geworden ist
das du zum teil geworden bist
Nicht heulen nicht motzen nicht kotzen nicht feiern nicht bleiben nicht vergessen
sonnencreme drauf zu reiben
Nichts nehmen nichts geben nicht leben nicht versuchen ausgemerkelt auf dem suedpol zu
verwesen
Nicht schreien nicht schreien
ihr seid doch selbst die lang am arsch raketen die stadtproleten mit vokuhila koteletten
die luegenbarone zeitfresser lebensdiebe innen kohl innen hohl
nach einer langen kohlenmonoxyddiaet ausgemerzt weggefischert leyenhaft inszeniert
guantanamorisiert
Nichts ist leichter als verbal zu masturbieren
Nichts ist gleicher als verbal zu explodieren

Entstanden ist dieser Song 2007/08.
Die Riffs waren schnell da. Auch der Gedanke, die Idee, sie als PostEmoPunk-Ding zusammenzubringen. Etwas schleppend.
Was klar bleiben sollte, war der Gesang. Kein Geschreie, was keiner versteht. Also Distortion raus und Gesang laut.
An den Lyrics saß ich eine ganze Weile.
All diese Wortspiele gingen gar nicht so schnell von der Hand, sollten ja nicht irgendwie auf den Takt passen. Sondern genau.
Meine liebsten Wortspiele sind „lang am Arsch Raketen“ und „ausgemerzt weggefischert leyenhaft inszeniert“
so viele Politker habe ich nie mehr in einem Song untergebracht!
Ebensoviel Kritik habe ich nie weider bekommen. Würde nicht zu uns passen, dieser Song. Ist ja voll nicht Punk.

Wisst ihr was Punk ist?
Punk ist Dreck. Und wenn dieses Lied kacke ist, dann ist es Dreck. Und dann ist es ein Volltreffer, haha!
Nein, ab und an muß man Wege gehen, die noch nicht ausgetreten sind.
Es gibt genügend Punks, die an dem seltsamen Metalgeschrubbe verkleidet als Deutschpunk in den 1990ern hängen.
Da war ich schon bei Dackelblut.
Was ja oft nur musikalisch noch Punk war. Textlich aber schon weit, weit, weeeeit, davon entfernt.
Auch Killer müssen waschen gehen.
In diesem Sinne!