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endlich wieder deutschpunk – LP

livefreaks.de

Sie schlagen mit ihrem zweiten Album “Endlich wieder Deutschpunk” genau in die Kerbe des intelligenten Deutschpunks, wie ich ihn nur zu gut mag. Ich möchte keine Vergleiche ziehen, aber zu stark erinnert dieses Album an Bands wie Einleben, Muff Potter oder auch Skinny Norris mit einer Prise Turbostaat und alte Boxhamsters.

Eine sehr delikate Mischung, die so richtig Spaß macht und mein Verlangen nach einem musikalischen Feuerwerk mit sehr durchdachten Texten befriedigt. 10 Lieder haben es auf dieses Album geschafft und nennen sich unter anderem “immer kurz vorm Burn Out”, “Unkraut”, “Weltraumschrott” oder auch “zurück aus Nirgendwo”.

in die tiefe der sprung – demo

blueprint
PADDELN OHNE KANU haben in den zehn Jahren ihres Bestehens bereits mit Bands wie CAPTAIN PLANET, MUFF POTTER oder den BOXHAMSTERS zusammen gespielt, und wenn man ehrlich ist, passt das stilistisch auch ziemlich gut zusammen. Allerdings fehlt der Band aus Baden-Baden noch ein wenig die Professionalität der genannten Kollegen, stattdessen schrammeln sie sich frisch und unbeschwert durch die vier Stücke dieser Demo-CD. Man hört den Songs an, dass sie quasi aus dem Bauch heraus entstanden sind, getragen von jugendlichem DIY-Idealismus und der ehrlichen Lust am Punkrock. Da macht es auch nichts, dass die Aufnahmequalität etwas schwammig ist, die Backings gelegentlich recht schief klingen und die Gesangsstimme auf Dauer ein wenig am Trommelfell kratzt – PADDELN OHNE KANU glänzen dafür umso mehr durch ihre Spielfreude und sind eine schöne Ergänzung in der emotional geprägten deutschsprachigen Punkrock-Landschaft.

4 affen 1 ziel – CD

wahrschauer:
(auszug:)Die Eigenproduktion der KANUTEN kommt in einem sehr schönem Gewand daher, nämlich in einer selbstgenähten CD-Schutzhülle mit dem Band-Logo bedruckt sowie einem kleinen Aufkleber als Beilage. Da spürt man doch gleich das Herzblut! Yeah!
Die Jungs bieten Punkrock, der wohl nie auf einem „Schlachtrufe-Sampler“ zu finden sein wird. Vergeblich sucht man hier nach Teenager-Punk-Parolen oder 3 Akkorde-Punk. Mid-Tempo-Punk mit Breaks, kleinen Gitarrenmelodien und guten Texten, der auf Kategorien keinen Wert legt. Der Gesang hat einen charmanten Reibeisen-Touch und versprüht ebenfalls viel Sympathie, wenn er sich ab und zu innerhalb der Disharmonie-Welt bewegt. Vergleiche fallen hier schwer….trotzdem: RAKETENHUND, DUESENJAEGER (R.I.P.), D.H. oder aber auch OMA HANS. Und auch cool: Es gibt das Album auch als Tape!

blueprint
Handgranaten als Bandnamen-Logo finde ich doof. Irgendwie habe ich da immer das Gefühl, mangelnde musikalische Qualität müsste mit besonders aggressiver Symbolik kompensiert werden. Kann natürlich ganz anders sein: Echte Wut und auf die Zwölf und so.
Schön jedenfalls die Stofftasche, in der die CD kommt, samt Sticker und Aufkleber.
(….)Zu hören gibt es im Punkrock Verwurzeltes mit deutschen Texten. Man merkt, dass den Vieren Eigenständigkeit am Herzen liegt. Insbesondere an den Texten, die schon probieren, eine individuelle Note zu tragen, keine platten Eins-zu-eins-Übersetzungen sein wollen und glücklicherweise meistens bedacht sind, gefährliche Klischee-(Punk)Parolen zu umschiffen.
Auch musikalisch hat man den Eindruck, dass PADDELN OHNE KANU sich Mühe geben, mit Dynamik spielen, auch mal gebrochene Parts einbauen – allerdings ohne wirklich überzeugen zu können. Auch wenn man hier und dort aufhorcht, wie beispielsweise beim Intro von Song 2 „Tag an der Sonne“, rauscht das meiste vorbei, ohne in meinem Kopf Halt zu machen. Das größte Problem aber habe ich mit dem Gesang, der kaum mal außerhalb eines sehr kleinen Tonumfangs stattfindet und oft auch wirklich so schief ist, dass man das nicht mehr als bewusstes Stilmittel durchgehen lassen kann.
Mit zunehmender Spieldauer fallen mir dann leider auch immer mehr Textzeilen auf, die stilistisch nicht so richtig zu gefallen wissen: „aus dem Mund von deinen Religionsvertretern oder diesen selbstgewählten Politikverknetern“. Hmm, also ich weiß ja nicht.
So bleibt am Schluss leider wenig Zielführendes und phasenweise, insbesondere beim Gesang, manches, das bei mir sogar hart an der Schmerzgrenze ist. Auch wenn ich mir jetzt vorkomme wie ein garstiger Motivationskiller: Am Ende werde ich das Gefühl nicht los, das hier jemand mehr wollte als er konnte.

angespielt – demo

punkrock fanzine
Herrje, hier ist jemand an dem Punkt angekommen das Punkrock inzwischen total kommerziell sei und dass er/sie deswegen weinerlich/schrägen Indie-Experimentiersound fabrizieren muss. Als Geißel? Keine Ahnung, ich weiß nur, dass ich nichts weiß und dass die Musik, die gerade aus den Boxen tönt rein gar nichts für mich ist. Auf den Bandnamen gehe ich erst gar nicht mehr ein. Ich wird’ jetzt eine Runde MTV sehen und mir den Schambereich enthaaren. Paddelnohnekanu ist vielleicht am ehesten etwas für Freunde von günasium artsyfartsy Bands, ist nur mehr Lo-Fi.

s/t – demo

ox-fanzine
(auszug:) Sehr, sehr coole deutschsprachige Punkrockpladde. Sehr sehr. Um es schnell abzuhaken, denn ich nehme an, ihr oder euer Umfeld wartet darauf: Klar hab ich (speziell beim ersten Song) sofort an DÜSENJÄGER denken müssen.

Und an die, deren Namen zu droppen so wäre, als ob man sagt: „Hitler war ein Arschloch“ und dabei dann so zu tun, als wäre das nicht sowieso klar wie Dings … Wie etwas, was man eben einfach weiß …
Fleischbrühe oder so. Der vorangegangene, nicht ganz zur Zufriedenheit des Autors ausgefallene Seiltanz geht an den Sänger von PADDELNOHNEKANU (LATTEKOHLERTORWARTTRAINER?) raus. Dessen Singerei mir zugegebenermassen richtig gut abgeht.
Die Nummer fünf ist mehrfach übergroßartig.

wannabepunk
(auszug:)Schon beim ersten Song „Filmemacher“ kam mir der Vergleich mit den Düsenjägern, Muff Potter und Pascow. Ich glaube den Vergleich durften sich Paddelnohnekanu schon oft anhören, soll ja auch kein Nachteil sein, wohl eher doch ein Vorteil für die Band.
Kein deutscher Punk, aber deutsch, trotzdem komplett anders. Eine wirklich interessante Mischung, die die Jungs da machen, welche durch diverse Soundsamples aus verschiedenen Filmen, komplettiert wird.
Die Jungs suchen übrigens noch ein Label, also Ranhalten, hinter Paddelnohnekanu steckt noch wahres Potenzial.

der gestreckte mittelfinger
(auszug): Paddelnohnekanu spielen leicht melancholischen Punkrock mit deutschen Texten, der gut ins Ohr geht. (…) das ganz große Plus liegt aber ganz klar bei den Texten. Diese sind unpathetisch und voller Sprachwitz. Das gefällt mir gut und hebt die Band vom Durchschnitt ab. Für das erste Demo, ist das mehr als gelungen.